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ein Selbstlernkurs des ZBIW Köln

Lektion 15: Bewegte Bilder für(s) Bibliothekswesen

4 Kommentare

Videos im Web

In den letzten Jahren ist die Anzahl an Online-Video-Seiten explodiert, die es Benutzern ermöglichen, mühelos Videos hochzuladen und im Web miteinander zu teilen und damit erst recht die Zahl der Videos.

nutzung-von-videoportalen-in-deutschland

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Unter den gesamten Web 2.0-Anbietern auf diesem Gebiet ist YouTube nach wie vor der Spitzenreiter mit mehr als einer Milliarde Video-Aufrufen  pro Tag und dem Upload von um die 100 Stunden Videomaterial pro Minute (!). Diese Menge und die um die Videos herum entstehenden Communities aber auch die einfache Art und Weise die Videos in z.B. eigene Blogbeiträge einzubetten haben dazu sicherlich beigetragen.

Als Einstimmung ein Video von zwei Kollegen (Zum Starten auf ► klicken).

In diesem Video von David Lee King und Michael Porter sind übrigens diverse bekannte Gesichter aus der amerikanischen Biblioblogosphäre versammelt, weitere Information und den Text des Stückes findet man hier hi-fi sci-fi library: The Lyrics and Credits.

Recherchieren Sie selbst ein wenig in You Tube oder der Alternative Vimeo und schauen Sie sich an, was die Seiten anzubieten haben. Sie werden hier alles finden von Fernseh-Werbefilmen der 70er Jahre und Musikvideos aus den 60ern bis zu Kuriositäten von Selbstdarstellern. Und eine Menge an Anleitungsvideos, von Excel bis zum Make-Up-Tipp.

Auch Bibliotheken und BibliothekarInnen sind hier sehr aktiv, erreicht man doch mit YouTube eine wesentlich grössere Öffentlichkeit, als wenn man die Filmchen nur auf die Bibliothekswebsite stellen würde. Videos, die Ideen von Memes (Im Internet gehypte und immer wieder zitierte und nachgeahmte Ideen, die sich quasi wie Viren verbreiten. Daher stammt auch der Begriff des viralen Videos 😉 ) aufgreifen, können genutzt werden um ein vielleicht etwas angestaubtes Bild von Bibliotheken zurechtzurücken. Ein Beispiel hierfür ist z.B. der letztes Jahr populäre Gangnam [Library] Style.

Entdeckungsressourcen:

Da es wahrscheinlich nichts gibt, wozu es kein Video gibt, beschränken wir uns hier mal auf den bibliothekarischen Bereich. Zum Beispiel einige YouTube-Kanäle deutscher Bibliotheken. Hier werden u.a. Anleitungsvideos zum Thema Einführungen in die Fernleihe, Nutzung der Kataloge oder Informationen/Berichte zu Veranstaltungen bereitgestellt.

Dann eine, natürlich unvollständige, Übersicht über weitere Anbieter, die Videos für viele verschiedene bibliothekarische Zwecke anbieten:

  • Im Jahre 2008 startete Laura Milligan ihre Liste 100 Awesome Youtube Vids for Librarians relativ euphorisch mit den Worten:

    Librarians should no longer be thought of as fuddy duddy types with long dusty cardigans or pince-nez dangling around their necks. These days, public librarians and academic librarians are on the cutting edge, dedicated to bringing their resources and their patrons into the 21st century with technology.

    Schön geordnet nach Anwendungszweck (Schulung, E-Learning, Anleitungen, besonderen Ideen, Marketing) finden sich einige Klassiker dort, so z.B. natürlich auch das Betty Glover Library Workout Tape Ad

  • Entdecken Sie im Bibvideo-Blog oder auf Bibliothekarisch.de welche Videos über oder von Bibliotheken so erstellt werden.
  • Ein nettes Beispiel für die Anwendung ist auch  LibraryThing in the Catalog. Näherers dazu auch hier. Schauen Sie sich dort bei den „related Videos“ die unglaubliche Menge von Filmchen anderer Bibliotheken an, meist geht es um die Nutzung des Katalogs
  • Wenn man etwas wissenschaftlicher an das Phänomen herangehen möchte, empfiehlt sich An anthropological introduction to YouTube von Michael Wesh. Wenn man rechts auf „more info“ klickt, bekommt man ein Inhaltsverzeichnis des 55minütigen Videos.
  • Im WDR-Blog wird ausführlich erklärt, wie ein Meme entsteht. Und um Nachzuschlagen, wo ein Meme seinen Ursprung hat, hilft Know Your Meme.

Entdeckungsaufgaben:

  1. Erkunden Sie einen oder beide der o.g. Dienste und finden Sie ein Video (möglichst mit Bibliotheksbezug), welches Sie gerne in Ihrem Blog vorstellen möchten.
  2. Finden Sie vielleicht etwas über das Thema Bibliotheks Domino oder über Bücherwagenballett?
  3. Finden Sie deutsche Bibliotheken, die Filme auf Videoplattformen abgelegt haben?
  4. Erstellen Sie einen Blog-Post über Ihre Erfahrungen.
    Was hat Ihnen an dieser Seite gefallen bzw. missfallen und warum haben Sie gerade dieses Video ausgewählt?
    Sehen Sie irgendwelche Beiträge oder Komponenten dieser Seite, die interessant sein könnten, um auf Bibliothekswebseiten angewandt zu werden?
  5. Inspiriert Sie das Gesehen zu neuen Marketingideen für Ihre Institution?

Optionale Aufgabe:

Datei hinzufügen Binden Sie ein Video in Ihrem Blog ein (embed), also nicht nur ein Link zu einem Video, sondern das Video soll in Ihrem Blogbeitrag direkt angezeigt werden. Um ein Video einzufügen können, benötigen Sie den Link zum Video.

Klicken Sie anschließend im WordPress-Editor auf  „Dateien hinzufügen„. Wechseln Sie zum Menüpunkt „Per URL einfügen„.  Kopieren Sie die zuvor kopierte Adresse des Videos in das obere Eingabefeld und bestätigen Sie mit „In Beitrag einfügen„.

Video via URL einbinden

Per URL einfügen, Adresse hineinkopieren und bestätigen

Natürlich müssen Sie auch hier – wie bei den Bilderdiensten – darauf achten, dass Sie keine Urheberrechte verletzen. Die bibliothekarischen Videos von den KollegInnen können meist unbesorgt eingebunden werden.

Das Kontroverse zum Schluss

Wie eben erwähnt, muss darauf geachtet werden, dass keine Urheberrechte verletzt werden. Da nicht immer der Urheber die Videos auf Video-Plattformen online stellt, kann das einbinden von Videos problematisch sein.  Aktuell wird darüber gestritten, in welcher Form es erlaubt ist, Inhalte einzubetten. Zum Thema ein Beitrag auf Netzpolitik.org, oder soll es lieber ein Video sein, in dem die Problematik erklärt wird. Und wie immer, wenn es um dieses Thema geht, der Hinweis auf das Portal iRights.info.

Und weil es gerade so aktuell ist: Micro-Videos

Smartphones verbreiten sich, die Mensche wollen über ihre Netzwerke „mal eben schnell“ etwas mitteilen. Nicht nur Texte (Twitter, Facebook Statusnachrichten) oder Bilder (Facebook, Flickr, Instagram) sondern eben auch Bewegtbilder. Ob sich die Kurzvideos, wie jene des aktuell gehypten Twitter Dienstes Vine (maximal 6 Sekunden lange Videos) oder des inzwischen zu Facebook gehörenden Instagram (3-15 Sekunden lange Videos), durchsetzten werden, wir sich erst zeigen müssen.

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4 Kommentare zu “Lektion 15: Bewegte Bilder für(s) Bibliothekswesen

  1. Gibt es bei Videos ähnlich wie bei Bildern die Möglichkeit, lizenzfreie Videos zu finden? Wird die Lizenz überhaupt irgendwo ersichtlich? Oder darf man genau genommen per se keine Videos einbinden, ohne den Urheber vorher gefragt zu haben?
    Irgendwie finde ich keine klaren Antworten bisher. Wahrscheinlich sind viele you-tube-Videos selbst schon illegal… Ich denke an die vielen Mitschnitte von Konzerten, Events etc.
    O je, dann hab‘ ich mich in dieser Lektion strafbar gemacht?!?

    • Viele Fragen – ich versuche mal mein Bestes.

      Als erstes verweise ich auf einen konkreten Artikel von iRights.info, in dem imho (in my humble opinion = meiner bescheidenen Meinung nach 😉 ) gut erklärt wird, wie die Lage ist: Youtube und Co.: Darf ich Videos in meine Webseite einbetten?. Und aus diesem geht dann hervor: es kommt darauf an.

      • Wird das Einbetten von der Seite angeboten und wurde vom Uploader des Videos nicht unterbunden? Ja? Ich zitiere „Das Einbinden auf einer anderen Website ist von Seiten der Plattformbetreiber somit ausdrücklich gewollt.“
      • Hat der Uploader überhaupt die Rechte, das Werk zu veröffentlichen? Nein? Dann ist die rechtliche Lage bisher nicht geklärt. Das EuGH soll entscheiden, ob der einbettende sich mitstrafbar gemacht hat.
      • Wie sehen die Nutzungsbedingungen des Videoportals aus? Muss ich etwas beachten (z.B. darf meine Seite kommerziell sein)

      Bei YouTube steht die Lizenz, unter der das jeweilige Video steht etwas versteckt am Ende der Info. Wenn man nach einem Video sucht, kann man allerdings über den Filter unter Eigenschaften „Creative Commons“ auswählen.

      Bei Vimeo gibt es sogar die Möglichkeit nach bestimmten Lizenzen der Creative Commons zu suchen. Hierfür die Suche durchführen und dann in der Box rechts neben den Suchergebnissen auf Erweiterte Suche klicken.

      Erweitere Suche bei Vimeo

      Bei Wikimedia Commons gibt es eine kleine Liste mit Videoquellen.

      Nützlich ist auch diese Linkliste von OPEN find oer. Dort geht es um das finden von Open Educational Content (OER).

      Zuletzt ein Zitat von irights.info:

      Es gilt also auch hier: Rechtliche Recherchen anzustellen wird nicht verlangt, aber eindeutig rechtswidrige Videos sollte man (natürlich) nicht einbetten! Kann man die Rechtswidrigkeit nicht ohne weiteres erkennen, muss man das Video im Zweifel nur umgehend entfernen, wenn man dazu aufgefordert wird, zum Beispiel vom Rechteinhaber.
      Quelle: http://irights.info/darf-ich-videos-von-youtube-in-meine-webseite-einbetten

  2. Prima! Danke für die konkreten Infos!

  3. Pingback: Lektion 15: Bewegte Bilder für(s) Bibliothekswesen | 18 Dinge für Bibliotheken in Bewegung…

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